Diese Website ist auch und insbesondere eine Würdigung des reichen und kreativen Schaffens von Ilse Pawlowsky und soll ihr Werk einem größeren, interessierten Kreis näher bringen.

Es ist auch ein Versuch, auf diesem Wege neue Freunde für die Kunst der hessischen Weißstickerei aus der Schwalm zu gewinnen. Vielleicht gelingt es, Interesse für diese Hobby zu wecken, das Ihnen viele schöne, kreative Stunden und Anerkennung für Ihr Schaffen bereiten wird.

Ilse Pawlowsky war unglaublich produktiv in der Stickkunst der hessischen Weißstickerei, die sie autodidaktisch im Kreis gleichgesinnter Frauen im Bastelkreis ihrer Kirchengemeinde im hessischen Vogelsberg erlernte und insbesondere durch den schöpferischen Austausch mit der diplomierten Kunstfachlehrerin Thekla Gombert vervollkommnen konnte.

Bei Ilse Pawlowsky entwickelte sich das Hobby mit jedem fertigen Werkstück zur Leidenschaft. Ihr kreatives Talent, das sich die vielen Jahre zuvor im Nähen von festlichen Kleidern, Kostümen für Fasching, Konfirmation und Abschlussball ihrer großen Kinderschar entfaltet hatte, suchte neue Herausforderungen nach dem Auszug der ältesten Kinder.

Viele Anregungen zum Basteln und Handarbeiten gewann Ilse Pawlowsky im Bastelkreis der Kirchengemeinde Schotten. In diesem Kreis wurden z. B. mit Patchworkarbeiten, Deckchen in Kreuzstich und in Hardanger Stickerei kleine textile Kunstwerke geschaffen, die den alljährlichen Weihnachtsbasar der Gemeinde schmückten. In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre entwickelte sich in der Region ein zunehmendes Interesse für hessische Volkskunst und selbst Jugendliche zierten sich nicht, einen „Hessenkittel“ zu tragen, ein oft blauer, hemdlanger Kittel aus Baumwollstoff, mit Verzierungen angelehnt an die Männertracht der Schwalm. So begann mit dem Anfertigen von Hessenkitteln für den Schottener Weihnachtsbasar der Einstieg von Ilse Pawlowsky in die Kunst der Schwälmer Stickerei. Eine Krönung des Engagements der Frauen des Schottener Bastelkreises stellte ein volkstümlicher Basar anlässlich der Feierlichkeiten zur 1200-Jahrfeier der Stadt Schotten im Jahr 1978 dar.

BastelkreisAusstellung Bastelkreis Schotten

Ilse Pawlowsky hatte schon bald die hessische Stickerei lieb gewonnen. Die Materialien Leinen und Baumwolle waren Ihr schon lange unter der Nähmaschine vertraut. Zierte doch ihre festliche Tafel stets eine Tischdecke aus Schlitzer Leinen. Sie ging auf in der künstlerischen Herausforderung der kreativen Gestaltung eines weißen oder naturfarbenen Tuches mit traditionellen Symbolen in immer neuen Arrangements auf unterschiedlicher Stoffstruktur und -größe. Die Kreativität und die Kunstfertigkeit ihrer Werke wuchs mit jedem neuen Stück, das sie anfertigte. Zuletzt stellte sie ihre Decken auf kunsthandwerklichen Märkten aus und fertigte Auftragsarbeiten an. In den abgebildeten Werken erschließt sich dem Betrachter die Reichhaltigkeit der hessischen Stickkunst meist erst auf den zweiten Blick. Die Ornamente ähneln einander, sind jedoch in der Wahl der Füllmuster oft unterschiedlich gestaltet. Daher dienen die Darstellungen auch der Bereicherung in der Auswahl möglicher Gestaltungsvarianten eigener Arbeiten.

Viel zu früh, im Alter von 57 Jahren starb Ilse Pawlowsky im Jahr 1987. Sie stickte noch im Krankenbett und hinterließ eine große Anzahl von unvollendeten Werken. Die Fotografien der Details dieser unvollendeten Deckchen bringen nun dem Betrachter die unterschiedlichen Arbeitsgänge der Stickkunst näher.

Einige Worte sollen noch zu der Art der Darstellung in den Bildern verwendet werden. Es gibt drei unterschiedliche Darstellungsarten: das Foto, die schwarz-weiß-Fotokopie und der Scan. Die verschiedenen Darstellungsarten bedingen naturgemäß eine unterschiedliche Wiedergabequalität.